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Archiv der Kategorie ‘Change Management‘


8. Februar 2010

Sind Banken lernfähig?

Dirk Baecker sagt eigentlich “Nein” und erklärt das auch kurz in einer Minute:

Auch wenn Sie nicht bei einer Bank sind:
Wie sieht es denn bei Ihnen im Unternehmen aus?
Wie lernfähig ist Ihre Organisation?
Wo stehen auch Sie sich vielleicht mit tief verwurzelten Annahmen, die der praktischen Erfahrung widersprechen, selbst im Weg?
Was können Sie tun, um in Ihrer Organisation die kritische Reflexion dieser Annahmen zu fördern?

Übrigens: Wer noch nicht die Nase voll hat von Abhandlungen zum Thema Weltfinanzen - dem sei auch dieses Video mit Dirk Baecker empfohlen:
Der blinde Fleck in der Intelligenz der Banken

27. November 2009

Steuerung Komplexer Systeme

David Snowden erklärt es uns auf eine sehr klare und unterhaltsame Art und Weise:

Wie organisiere ich einen Kindergeburtstag unter Berücksichtigung der Systemtheorie?

via Change Management Blog

15. November 2009

Meetings als “Wissenskiller”

Sie sitzen auch öfter in Meetings und denken sich: Viel Gerede - geht das nicht einfacher? Oder Sie ertappen sich bei dem Gedanken: Kein überzeugendes Argument - das kann so nicht sein?

Schon Thomas Henry Huxley sagte im 19. Jahrhundert: “No mistake is so commonly made by clever people as that of assuming a cause to be bad because the arguments of its supporters are, to a great extent, nonsensical.”

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Also: Was nicht schlau klingt, stimmt nicht oder kann nicht so wichtig sein…
In unseren Unternehmen gibt es aber sehr sehr viel Wissen, das von denen die es haben nicht logisch, klar und schlüssig verbalisiert werden kann. Die Wissensträger können dieses Wissen bestenfalls zeigen. Oder aber man kann es, indem man die Menschen bei der Arbeit begleitet, vielleicht selbst erfahren - auch, da sich die Wissensträger dieses Wissens manchmal gar nicht selbst bewusst sind. Dazu gehören Facharbeiter übrigens genauso wie Vorstände.

Und genau da kranken Meetings: alles muss verbalisiert werden
So werden in einem chemischen Produktionsunternehmen Meetings um Meetings durchgeführt um heraus zu finden, warum/wie/wann immer ein bestimmtes Ventil kaputt geht. Ishikawa, 5-W, Powerpointfolien, langatmige Beschreibungen… man kommt nicht so richtig weiter.
Fakt ist aber, dass bestimmte Maschinenführer so etwas wie einen siebten Sinn zu haben scheinen, der ihnen sagt: “Maschine runterfahren, da stimmt was nicht.” Und fest steht auch, dass die meistens recht haben.
Nur können die Maschinenführer das nicht so richtig erklären, was da in ihnen passiert.
Genauso wenig kann einem übrigens häufig beim genauen Nachfragen ein Vorstand oder ein Militärgeneral erklären, warum er jetzt, bei fast gleicher Datenlage, die Stratgie Y der Strategie Z vorzieht.
Anderes Beispiel: Wie kommen Sie mit dem Fahrrad über eine stark befahrene Kreuzung wenn die Ampel defekt ist? Bilden Sie sich nicht ein, Sie wären in der Lage, alle Daten kurz mal zu erfassen und dann mathematisch-logisch die richtige Entscheidung zu treffen! Das funktioniert irgendwie anders. Wie genau, das wissen wir aber noch nicht…

„Wir wissen mehr als wir zu sagen wissen“ (M. Polanyi)

Es gibt eben nicht immer den 1-5 Bulletpoint-Kriterienkatalog. Es ist häufig mehr so etwas wie Intuition. Ein Klopfen mit dem Schraubenzieher, ein bestimmter Sound. So ein “Feeling”, bestimmte Vor-Erfahrungen. Eine Entscheidung, die basiert ist auf einer Kombination nicht eindeutig beschreibbarer Wahrnehmungen und Interpretationen.

Wissenschaftler, die sich mit diesem Wissen beschäftigen, gehen davon aus, dass ein großer Teil unseres Wissens nicht für andere verständlich verbalisierbar ist. Noch deutlicher mag diese Diskrepanz bei Menschen sein, die sich nicht so gut sprachlich ausdrücken können.

Wie sollen Unternehmen denn mit diesem “nicht verbalisierbaren Wissen” umgehen?
Halten wir fest: Meetings sind häufig nicht effektiv denn
- unbewusstes Wissen und das, was die Forschung auch “Embodied Mind” nennt, ist kaum im Meeting bearbeitbar, da es von den Wissensträgern nicht so verbalisiert werden kann, dass es die anderen verstehen. Und, da dieses Wissen eben häufig das Wesentliche ist, um Probleme zu lösen, helfen Meetings nicht weiter.

Meetings abschaffen?!
Hm, nicht direkt. Aber. Geben Sie den Mitarbeitern viel mehr Raum für informelle Gespräche direkt am Arbeitsplatz. Auch wenn Sie dort mal kurz über das letzte Spiel von Borussia Mönchengladbach sprechen und es nicht so eine tolle Todo-Liste als Ergebnis gibt.
Die Tendenz, jeglichen Wissensaustausch im Unternehmen via Meetings, Wikis, Action-Plänen, Agendas etc. zu formalisieren führt nämlich dazu, dass nur das Wissen transportiert wird, das auch verbalisierbar ist. Und das ist zu wenig oder eben gerade das Falsche!
Sagen Sie Ihren Ingenieuren, dass Sie mal wieder selber in die Produktion gehen sollen um mit dem Meister oder Maschinenführer zu reden - anstatt zig Mails hin und her zu schreiben. Lassen Sie sich Probleme direkt vor Ort erklären und vor allem zeigen.
Oder, arbeiten Sie mal selber mit dem Softwaresystem, über das Ihre Mitarbeiter immer stöhnen, weil es viel zu kompliziert sei - wo Ihnen aber bisher die logisch-klare Begründung gefehlt hat was, warum, wieso und weshalb denn da genau nicht so gut dran sei.

Fazit:
Meetings gehören nicht abgeschafft - aber sie dürfen die informelle Kommunikation im Unternehmen nicht abschnüren sondern müssen sie komplementär ergänzen. Denn sonst werden Meetings zum Wissenskiller.

Quellen/further reading:
Böhle, Fritz (2009): „Mitarbeiter als Gestalter von Veränderungen – Warum TQM und andere Managementansätze häufig scheitern” gehört auf dem Fachkongess Celler Impulse in Celle, 12.11.09 ->Veranstaltungsflyer, pdf

Schilcher, C. (2006): Implizite Dimensionen des Wissens und ihre
Bedeutung für betriebliches Wissensmanagement. Dissertation, TU
Darmstadt Download (EPDA - Elektronische Publikationen Darmstadt, zuletzt 15.11.09)

Böhle, Fritz (2008): Veränderung durch “Integration von unten”. In: Personalführung, Heft 9/2008, S.46-51

24. Februar 2009

Rudi Wimmer sagt zur aktuellen Krise:

“Wir sind gerade Zeugen des Zusammenbruchs einer kollektiven Illusion, beruhend auf einem als ökonomische Rationalität getarnten magischen Denken…”

Rudi Wimmer

Mehr davon und auch von Fritz. B. Simon und Dirk Baecker gibts hier als PDF

26. November 2008

Die (amerikanische) Finanzkrise in Bildern

Einfach und auf den Punkt erläutert uns der Autor die dramatischen Fehleinschätzungen und Fehlentscheidungen einzelner Führungspersönlichkeiten, sowie die massenpsychologischen Effekte, die zur momentanen Situation geführt haben.

8. Oktober 2008

Tenessee Williams zum Thema Change Management

“There is a time for departure, even when there’s no certain place to go.”


Tennessee Williams

17. Juli 2008

Lieben Sie Ihre Firma?

Management that wants to change an institution must first show it loves that institution.

John Tusa *1936, Britischer Radiojournalist

27. April 2008

Professionelles Konfliktmanagement mit dem Thomas Kilman Conflict Inventory

Vor ein paar Tagen haben wir das Thomas Kilman Conflict Inventory® (TKI®) in unser Tool-Portfolio aufgenommen.

Das TKI® ist das international renommierteste Instrument zur Analyse von Konflikttypen und zur Unterstützung von professionellem Konfliktmanagement.

Wo ist der Nutzen des TKI® für die Kunden von simonconsult?
Respektierte CEOs wie Jack Welch, Bill Gates oder Andy Grove haben der konstruktiven Konfliktlösung, dem Konfliktmanagement, in ihren Organisationen eine strategische Priorität zugewiesen. Denn – Konflikte sind produktivitäts-mindernd, sie lähmen oder verlangsamen Entscheidungen und führen dazu, dass gute Leute schneller das Unternehmen verlassen.
Unternehmen müssen also lernen, konstruktiv und effektiv mit Konflikten, die ja nun mal zum Leben dazugehören, umzugehen. Und dabei kann das TKI® eine extrem hilfreiche Rolle spielen, da es als Diagnoseinstrument einen validen Startpunkt für professionelles Konfliktmanagement bietet.

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Füllt z.B. ein Team das TKI aus (praktisches Online-Verfahren) wird sofort deutlich, wie das Team insgesamt, und wie jedes Teammitglied selbst, bevorzugt zu Lösungen kommt und Konflikte austrägt. Bei akuten Konflikten ergeben sich aus diesen Informationen zentrale Hinweise, die zu einer schnellen und langfristigen Lösung des Problems beitragen.
Somit ist das TKI ein ideales Instrument um akute Konflikte zu bearbeiten. Darüber hinaus hat das Thomas Kilman Conflict Inventory aber auch einen hohen Nutzen in der strategischen Organisationsentwicklung – nämlich zu Entwicklung einer konstruktiven Unternehmensweiten Konfliktkultur.

Wie kann die Konfliktkultur von Mitarbeitern und Unternehmen entwickelt werden?
Die Autoren des Thomas Kilman Conflict Invetories,Thomas und Kilman, schlagen hierzu fünf konkrete Schritte vor:

Den ganzen Beitrag lesen

29. März 2008

Zum Umgang mit Portfolioanalysen in der Strategieentwicklung

Gerade komme ich von einem Meeting mit meinen Netzwerkpartnern von flow consulting. Unter anderem haben wir über den Umgang mit Portfolioanalysen als Element der strategischen Produktplanung/Strategieentwicklung gesprochen. Meine wesentlichen “Take-Aways” aus dieser Diskussion sind folgende:

Zentrale Erkenntnisse zur Nutzung von Portfolioanalysen
1) Portfolios beinhalten eine stark subjektive Betrachtungsweise: Ob z.B. das Marktvolumen als positiv oder negativ gedeutet wird, hängt stark von den Erstellern des Portfolios ab. Wo Pessimisten eher eine geringe Punktzahl vergeben würden sehen Optimisten keine Probleme. Im Endergebnis wirken Portfolioanalysen allerdings erstaunlich (gefährlich) objektiv!
2) Portfolioanalysen machen lediglich Relationen deutlich. Sie helfen lediglich, besser zu verstehen, wie gut verschiedene Produkte/Dienstleistungen/Zustände im Verhältnis zueinander stehen.
3) Die aus der Portfolioanalyse linear abgeleiteten Normstrategien sind daher mit Vorsicht zu genießen. Es ist stets wichtig zu wissen, mit welchem Mindset die Analyse ausgefüllt wurde:
a) Pessimistenlösung: Hier besteht die Gefahr, dass die Ergebnisse sehr nah beieinander liegen und alles mehr oder weniger gleich schlecht ist.
b) Optimistenlösung: Insgesamt wird natürlich alles besser bewertet, die Spreizung zwischen den verschiedenen betrachteten Produkten/Aspekten ist zudem meist höher als bei den Pessimisten.
c) Extremistenlösung: Ist gerade trendy. Hier wird eine bewusst hohe Spreizung gewählt, um Unterschiede möglichst stark darzustellen. Das wiederum kann dazu führen, dass einige Aspekte/Produkte überbewertet und andere dafür unterbewertet werden.
4) Für eine Strategieableitung ist die Portfolioanalyse alleine daher bei weitem nicht ausreichend.

Wesentlich fundierter ist folgende kombinierte Vorgehensweise zur Strategieentwicklung:
1. Geschäftsfeld- und Umfeldanalyse
2. Portfolioanalyse mit mehreren Portfolios (Produkte, Personal, Prozesse etc.)
3. Szenariotechnik (um die Zukunft und den Möglichkeitscharakter zu berücksichtigen)
4. SWOT-Analyse (um die verschiedenen erarbeiteten Strategiemöglichkeiten zu bewerten)

Buchtipp:
Zum guten Schluss noch ein Buchtipp für alle, die sich mit Portfolios und Strategischem Management näher und tiefer beschäftigen möchten: Strategisches Management von Müller-Stewens/Lechner.
Auch wenn dieser 2-Kilo-Schinken stellenweise etwas trocken und universitär daher kommt: Dieses Buch bietet eine umfassende und wissenschaftlich fundierte Gesamtschau über alle Belange des strategischen Managements. Es lohnt sich!

10. März 2008

Arbeiten Sie in oder an Ihrem Business?

Gerade lese ich einen guten Artikel in der Businessweek, der einmal mehr die Wichtigkeit von strategischem Handeln deutlich macht. Dabei fokussiert der Autor CEOs von Unternehmen, die sich in einer Wachstumsperiode aus der Start-Up-Phase heraus befinden (sog. Level 2 Companies).

Hier eine kurze Zusammenfassung der Kernaussagen (ich habe die meisten Aussagen bewusst im Englischen belassen):
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