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20. Dezember 2013

Unsinnige Business-Praktiken oder “Warum haben Tageszeitungen eigentlich so große Seiten?”

Grade stoße ich im Harvard Business Review auf eine interessante Geschichte:

Freek Vermeulen von der London Business School hatte mal ein Projekt bei der Zeitung “The Guardian”.
Er dachte, dass Tageszeitungen so große Seiten verwenden, weil dies günstiger sei. Tatsächlich ist es aber sogar etwas teurer die großen Blätter zu bedrucken. Niemand der Manager bei The Guardian hatte eine schlüssige Antwort auf die Frage “Warum sind die Seiten so groß?”

Vermeulen forschte dann und fand heraus, dass der eigentliche Grund von 1712 stammt. Damals wurde begonnen, Tageszeitung nach Anzahl ihrer Seiten zu besteuern. Die Steuer wurde zwar bereits 1855 abgeschafft – aber das Format blieb.

Es war “Best Practice” – und es galt der Glaubenssatz: “Der Verbraucher will das so” und “Qualitätszeitungen sind großformatig”.

Die Zeitung Independent hat übrigens 2004 als eine der ersten Tageszeitungen auf ein kleineres Format umgestellt und hat allein damit die Auflage erhöht und die Kosten gesenkt!

Freek Vermeulen hat daraufhin seinen Forschungs- und Beratungsfokus auf unsinnige Business-Praktiken gerichtet.
Hier findet er viel – unter anderem nennt er interessanterweise ISO 9000 Zertifizierungen oder Six Sigma, die laut seinen Forschungsergebnissen eben nicht notwendigerweise hilfreich und ökonomisch sinnvoll sind.

Folgende Punkte nennt Vermeulen als gemeinsamen Nenner schlechter Business Praktiken:
1) Sie gelten als Best Practice
2) Sie sind leicht zu imitieren und es gibt Berater dafür(!)
3) Sie töten langsam aber grausam

Daher empfiehlt Vermeulen Unternehmern:

If you see a practice like that with short-term benefits but potentially long-term effects which may be different from the short-term benefits, but it’s also a practice which is easy to copy, then you should start to get a bit suspicious, and at least look at it further, and say, well, this might be a candidate of a bad practice.

20. Dezember 2013

Neue Technik Alter – wie offen sind Sie für Innovation?

“I’ve come up with a set of rules that describe our reactions to technologies:

1. Anything that is in the world when you’re born is normal and ordinary and is just a natural part of the way the world works.

2. Anything that’s invented between when you’re fifteen and thirty-five is new and exciting and revolutionary and you can probably get a career in it.

3. Anything invented after you’re thirty-five is against the natural order of things.”

- Douglas Adams

Das mit den 35 ist eine spannende Beobachtung…ich bin etwas drüber und überlege grade wo bei mir schon die ersten Scheuklappen den Blick verstellen könnten…

27. Oktober 2013

Narzissmus im Management

Prof. Dr. Stephan Doering, Leiter der Universitätsklinik für Psychoanalyse und Psychotherapie an der Medizinischen Universität Wien beschäftigt sich mit der Frage:
“Warum tun wir uns das eigentlich an?”

- Warum arbeiten viele Manager/Führungskräfte bis oder über ihre eigenen Grenzen hinaus und wo beginnt es gefährlich zu werden?
- Was sind die Motive oder inneren Antreiber?
- Welche Rolle spielt dabei das häufig genutzte Bild des Narzissmus?
- Was bedeutet Narzissmus im Kontext von Unternehmung (und Weltpolitik) und Führung?

Ein spannender Vortrag – ca. 30min. für alle die sich für psychoanalytische Betrachtung der inneren Antreiber von Führungskräften interessieren.

Der Vortrag stammt aus der Reihe „Leadership Revisited” in Kooperation mit der Tageszeitung “Der Standard” und „Vienna Consulting Group”, (Mai 2013, Wien).

19. August 2013

Interview mit Führungskräftecoach Joachim Simon

Vor einiger Zeit haben wir bei meinem Kooperationspartner “IME – Institut für Managemententwicklung” dieses Video produziert. Ich werde zu meiner Vita und meiner Arbeit interviewt und bin auch kurz bei einer Session mit einem Coachee zu sehen.

9. Oktober 2012

Ostwestfälisch pragmatisch: “Macht es einfach wie in Eurem Haushalt”

Grade lese ich ein Interview von Prof. Olesch, Geschäftsführer Personal, Informatik und Recht bei Phoenix Contact in einem Interview bei HRM.de. Einige seiner Aussagen kannte ich schon von einem Podium bei der Zukunft Personal in Köln.

Wichtige Aussagen und Ideen aus dem Interview habe ich hier noch einmal aufgeschrieben:

Aussage 1) Thema Konjunkturschwankung
HR-Manager sollten für solche Krisensituationen Konzepte in der Schublade haben, mit denen sie die Produktion jederzeit stark reduzieren können, ohne Leute zu entlassen. Und wenn die Konjunktur anzieht, sollten sie schnell hochfahren können.

Lösung 1) bei Phoenix Contact:
…eine Flexibilisierungsspanne von 40 Prozent plus bis 34 Prozent minus, die wir gestalten können, ohne Leute zu entlassen oder mit der Produktion nicht nachzukommen. Dazu haben wir die Arbeitsflexibilisierung, die in Deutschland 1994 verstärkt eingeführt wurde, immer weiter vorangetrieben.
Zum einen arbeiten wir mit Zeitarbeitnehmern, denen wir Equal Pay und Equal Treatment bieten. Zudem können unsere Mitarbeiter aus der Stammbelegschaft plus oder minus 210 Stunden Gleitzeit im Jahr aufbauen.

Aussage 2) zum Thema Alter, Krankenstand, Gesundheitsmanagement
Im Jahr 2025 wird die größte Altersgruppe 60 Jahre alt sein. Der Krankenstand bei 60-jährigen ist im Schnitt mehr als 4 Prozent höher als bei 30-jährigen. Wir werden in Deutschland einen extrem hohen Krankenstand haben, wenn wir nicht gegensteuern.

Lösung 2)
…wir haben vor 17 Jahren mit Betrieblichem Gesundheitsmanagement angefangen. Deswegen ist unser Krankenstand extrem niedrig – auch bei den Älteren: Wir liegen bei 3 Prozent, der Durchschnitt bei 7 bis 8 Prozent.

Aussage 3) zum Thema ständige Erreichbarkeit
Bei uns schaltet auch die Geschäftsführung die Arbeitsgeräte am Wochenende aus. Wir brauchen die Zeit der Entspannung und Regeneration auch, damit es nicht zum Burnout kommt.

Lösung 3)
Wenn ein Mitarbeiter mir am Samstagabend eine Mail schickt, dann spreche ich ihn an und sage: „Du solltest Dich lieber um Dein Privatleben kümmern“.

Aussage 4) Leadership in der Krise
Ethisches Führungsverhalten ist besonders in der Krise wichtig

Lösung 4)
Da habe ich mich vor die Belegschaft gestellt und darum gebeten, dass alle so viel wie möglich sparen. Ich habe gesagt: „Macht es einfach wie in eurem Haushalt. Ihr habt ein Jahresbudget und dann geht Euer Auto kaputt. Jetzt überlegt, wo ihr sparen könnt.“ Durch dieses Vertrauen haben wir sogar mehr eingespart als wir mussten und die höchste Liquidität erreicht, die wir im Unternehmen jemals hatten.

Prof. Oleschs Forderung zur Positionierung von HR im Unternehmen:
Personaler sollten mehr Steering-Partner sein und nicht nur Business-Partner. Es geht darum, mehr zu steuern, und nicht nur zu beraten. Strategisches Denken über den HR-Tellerrand hinaus ist gefragt. Wer sich auch in Produktion und Vertrieb auskennt, kann eine hohe Akzeptanz in der Geschäftsführung erreichen.

Fazit:
Na also, geht doch! Einfach mal ostwestfälisch pragmatisch und konzeptionell sauber rangehen.

Und mal ehrlich: das wirkt alles bei Herrn Olesch so einfach, dass man sich fragt – warum machen das nicht alle so…?

Lust auf mehr?
Wer Lust auf mehr hat, dem möchte ich noch dieses kleine Video (4min.) ans Herz legen in dem neben zentralen Ideen auch die Begeisterung, der Mut und die innere Klarheit von Herrn Olesch noch einmal deutlich wird:

1. Mai 2012

Work Hard Play Hard – einseitige Systemkritik oder hilfreicher Blick in den Spiegel?

Mich schauderts bei dieser Häufung von Buzzwords, Euphemismen und Stereotypen.
Und doch – so reden wir in unseren Unternehmen wirklich. Und HR ist (leider) häufig ganz vorne mit dabei.
Natürlich ist das hier sehr pointiert und kritisch geschnitten – aber eben auch nicht erfunden.
Ich habe den Film noch nicht im Kino gesehen, und befürchte ein wenig die Abrechung einer systemkritischen Filmemacherin mit der “bösen Unternehmenswelt” – doch der Trailer macht neugierig und irritiert zugleich.
Einseitige Systemkritik oder hilfreicher Blick in den Spiegel? Der Trailer gibt noch keine Antwort her, ich muss ins (Programm-)Kino.

21. Januar 2012

Gary Hamel: Innovation und Management – wie kann es weiter gehen?

Was bedeutet Innovation für Management? 15 min. die sich lohnen – für alle, die sich für die Zukunft von Management und aktuelle Best Practices interessieren.

30. November 2011

Was ist oder wie geht Design Thinking?

Eine – auch unter designerischen Gesichtspunkten – sehr gelungene Präsentation zum Thema Design Thinking hat Bernd Oestereich erstellt.
- Was ist Design Thinking?
- Wie geht man da vor?
- Was braucht es?
- Was kann Design Thinking für “normale Unternehmen” bringen?
Wer es wissen will:

Kurzvortrag: Was ist Design Thinking? from oose Innovative Informatik on Vimeo.

2. November 2011

Eine Erfindung ist keine Innovation

Ich zitiere hierzu jetzt einfach mal Herrn Dueck aus diesem Interview bei Code_n Blog:

“An invention is not an innovation… Leonardo hatte doch schon (allerdings einige Zeit nach Ikarus) die Idee zum Flugzeug. Na und? Man muss da nicht nur die Technik lösen, sondern auch Flugplätze bauen, Flugsicherung einrichten, Gepäckbänder erfinden und alles so, dass es 49 Euro kostet… Dieses Einpassen der ersten Idee in die Wirklichkeit ist Innovation, also besteht Innovation aus den restlichen 99,9 Prozent der Arbeit” (Günther Dueck).

1. November 2011

Reiss Profile: Die 16 Lebensmotive in der Praxis

Seit 2004 arbeite ich mit dem Reiss Profile. Ich glaube, dass ich unter den ersten 100, vielleicht sogar 50 akkreditierten Reiss Profile Mastern in Deutschland war, als ich ende September 2004 meinen Reiss Profile Master in Würzburg machte.
Und jetzt (2011) habe ich einen Beitrag im neuen Buch “Die 16 Lebensmotive in der Praxis – Training, Coaching und Beratung nach Steven Reiss” veröffentlicht!
Es war an der Zeit, dass ein Buch auf den Markt kommt, in dem die praktische Anwendung des Reiss Profiles von Coaches für Coaches in den Fokus genommen wird!

Mein Beitrag: Coaching mit dem Reiss Profile
Ziel meines Beitrages im Buch “Die 16 Lebensmotive in der Praxis” ist es, anhand konkreter Fallbeispiele drei Coaching-Tools zur emotionalen Vertiefungsarbeit mit dem Reiss Profile vorzustellen. Diese Tools unterstützen Coach und Coachee dabei, schneller und nachhaltiger die gewünschten Resultate zu erzielen – vor allem wenn Lösungen und Lebensmotive unsympathisch, abstrakt oder unerreichbar scheinen.

Tool 1: Motive-of-Excellence
Viele Menschen verstehen die Bedeutung ihrer Motive unzureichend. Die Motivbegriffe im Reiss Profile sind häufig zu abstrakt und werden daher in ihrer tatsächlichen Bedeutung für ein sinnerfülltes Leben unterschätzt.
Das Coaching-Tool dient dazu, mit dem Coachee stärkere und emotionalere Begriffe zu einzelnen relevanten Motiven zu entwickeln und so das Reiss Profile auch bei Motiven, die zunächst nicht so attraktiv scheinen (z.B. hohe Anerkennung) kraftvoller nutzen zu können.

Tool 2: Desire Deep Dive
Viele Menschen leben in einem Motiv-Frustrations-Teufelskreis. Durch mehrfache Frustration von Motiven entsteht eine überhöhte Angst vor Nicht-Erfüllung. Dies bedingt ein angstbestimmtes Verhalten, welches die Erfüllungswahrscheinlichkeit der Motivbedürfnisse noch weiter herabsetzt.
Wie kann ein Coach mit dieser Erfahrung umgehen und den Coachee in der Erreichung seiner Motivbefriedigung unterstützen? Um den Teufelskreis der eigenen (De-)Motivation zu unterbrechen, habe ich sehr gute Erfahrungen mit einer zunächst paradox anmutenden Intervention gemacht, die ich Desire Deep Dive nenne. Dabei geht es nicht um die schnelle Suche nach Optionen und Ressourcen, sondern vielmehr darum, sich zunächst ganz bewusst in negativ empfundene Erlebnisse und Gefühle zu begeben.

Ziel ist es, durch den Prozess des Desire Deep Dives, Folgendes zu erreichen:
1) Klärung von Mustern der Demotivation, Frustration, Verletztheit und Aggression, Klärung eigener Ängste und Gefühle
2) Verarbeitung konkreter negativer Erlebnisse
3) Abbau von Angst vor diesen Situationen durch innere Konfrontation und klare Benennung
4) Aufbau von Erleichterung, Zuversicht und konkreten Handlungen, um in Zukunft besser mit derartigen Situationen umgehen zu können

Tool 3: Saboteur Tango
Menschen lassen es zu, dass mentale Saboteure ein erfülltes Leben, entlang der eigenen Lebensmotive, verhindern. Die Saboteure entstehen durch externe Beeinflussung oder durch einen Ressourcenkampf zwischen einzelnen Motiven.
Das Tool Saboteur-Tango beschreibt einen neuen Weg, um den Coachee bei diesem Kampf zwischen Saboteuren, Motiven und Ressourcen zu unterstützen.

Weitere ausgewählte Beiträge im Buch
Es finden sich viele praktische Ideen und Case-Studies, z.B. zu Teamentwicklung, Zeitmanagement, Verkauf, Mentoring, Gesundheitsmanagement, Coaching, Innovationsberatung und Unternehmensentwicklung.

Was für das Buch spricht
Das Buch bringt jeden Anwender des Reiss Profiles auf neue Ideen über dem eigenen Tellerrand und hilft gleichzeitig die eigenen Trainings- und Coaching-Ansätze noch weiter zu verfeinern und zu vertiefen.
Oder um Steven Reiss persönlich zu zitieren:

“Dieses Buch ist vermutlich der detaillierteste Band, der jemals zur praktischen Arbeit mit dem Reiss Profile erschienen ist”(Steven Reiss).

Das Buch wird sich wegen seines hohen Praxisbezuges und der vielfältigen Ideen und Ansätze zum Standardwerk für alle Reiss Profile Master und interessierte Anwender entwickeln.

Kaufen Sie – frisch vom Autor persönlich!
Wer gerne ein Buch kaufen möchte, für sich oder als Geschenk (Weihnachten?) sende mir einfach eine Email – ich habe noch ein paar Exemplare vorrätig! Zu Preisen kann/darf ich hier nichts schreiben – aber mehr kosten als bei Amazon wird es nicht – versprochen!

Und natürlich kann man auch direkt bei Amazon etc. bestellen.

Und wer auf “Nummer Sicher” gehen möchte, kann hier mal ein wenig vorab schmökern (einfach unterhalb aufs Cover klicken).

Danken möchte ich zum Schluss noch den beiden Herausgebern Markus Brand und Frauke Ion vom Institut für Lebensmotive. Merci vielmals!

Und wie gesagt, am besten direkt eine Mail an mich schreiben und das Buch jetzt (und solange der Vorrat reicht) zum Vorzugspreis bestellen!

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